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02.06.2009
Schmackhafte Berufsvorbereitung:
Integrationsprojekt mit großem Lerneffekt
Ein besonderer Duft weht durch die Räume der BBS-BL: Es riecht verführerisch nach Erdbeer- und Apfel-Holunderblütenfruchtaufstrich, Schüler wiegen, schneiden, kochen und füllen diese Köstlichkeiten in Gläser – die Räume sind erfüllt von emsiger Geschäftigkeit. In der nächsten Küche wird ein schmackhaftes Mittagessen zubereitet. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um den normalen Unterricht in der Berufsfachschule Hauswirtschaft für Realschulabsolventen. Erst auf den Zweiten Blick wird deutlich: Hier geht es um mehr…

Acht Schüler der Abschlussstufe aus der Schule am Wasserwerk in Burgdorf (Förderschule mit dem Schwerpunkt geistiger Entwicklung) sind zu Gast in der BBS-BL. In diesem Projekt arbeiten die Schüler gemeinsam mit den Schülern der BBS-BL: „Für die Schüler der Schule am Wasserwerk geht es um Berufsvorbereitung außerhalb ihres sonst eher beschützten Rahmens heraus. Denn zur Berufsschule gehen die Schüler auch, wenn sie bald in Werkstätten arbeiten“, betont Lehrer Gerald Meyer, der die Schüler der Förderschule zusammen mit seiner Kollegin Denise Leupold begleitet. „Hier können wir in erster Linie Schwellenängste nehmen.“

Schwellenängste haben auch die Schüler der BBS-BL zu Anfang gehabt, darum gab es zu Projektbeginn ein erstes Treffen in der Förderschule zum Kennenlernen. „An vier weiteren Vormittagen haben die Schüler in diesem Projekt zusammengearbeitet“, berichtet Bettina Meyer von der BBS-BL. Zum Muttertag zum Beispiel haben sie gemeinsam Herzen genäht und gebacken. „Der Schwerpunkt für die Berufsfachschüler liegt in der Anleitung unserer Gäste“, berichtet Bettina Meyer. Für beide Seiten ergibt sich ein großer Lerneffekt, das Lernen von Gleichaltrigen macht nämlich großen Spaß und geht auch viel leichter. Dabei wird die sonst übliche Kommunikation auf die Probe gestellt, wenn die Schüler feststellen, dass das Sprechen in vollständigen Sätzen und mit präzisen Ansagen sehr wichtig zur Anleitung anderer ist und zum Beispiel Ironie nicht unbedingt verstanden wird.

„Diese Zusammenarbeit ist durch einen Zufall zustande gekommen“, erläutert B. Meyer. Ein schöner Zufall, gibt es doch viel zu selten die Integration von Menschen mit Handicaps. Und das soziale Lernen in solchen Projekten findet schließlich für beide Seiten statt!



Vorbereitungen für die Zubereitung von Fruchtaufstrichen:
Conni Ecke, Fiona Klein, Phongphat Songnok und Anneliese Asseburg
(von vorn) arbeiten gemeinsam



Markus Beck und Marcel Malinowski bereiten die Frikadellen für
das Mittagessen am letzten Projekttag zu


Zusammenarbeit auch beim Verkosten:
Michael Gerk und Christian Schirmeyer sind für das Gemüse verantwortlich

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