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24.09.2009
„FiFiger Ersatz“ des Bundestages
Schüler verschärfen „Gesetz über Alkopops“




Pünktlich zur Bundestagswahl machten sich 28 künftige Fachkräfte im Fahrbetrieb (FiF) auf den Weg nach Berlin: Die Auszubildenden des 2. und 3. Ausbildungsjahres der BBS-BL waren von Ihrem Politiklehrer Siegfried Lemke für ein Planspiel beim Besucherdienst des Deutschen Bundestages angemeldet. Ziel des Planspiels war es, einmal in die Rolle des Gesetzgebers zu schlüpfen.


Mit einem Bus des Ausbildungs-Betriebs „Rattenfänger Hameln“ starteten die Schüler in Begleitung ihres Klassenlehrers Nico Fett um 5 Uhr in Hannover. Im Reichstag, dem Sitz des Deutschen Bundestages, stand zunächst die Eingangskontrolle an, es folgte die Besichtigung des Plenarsaales (von oben) und der Reichstagskuppel. Anschließend gab es das obligatorische  „offizielle Gruppenfoto“  im Paul-Löbe-Haus.


Zwei engagierte Teamern des Besucherdienstes starteten das Planspiel. Die Schüler und eine Schülerin bekamen Rollen der fünf im Bundestag vertretenen Parteien zugeteilt, die aber aus Copyright-Gründen anders hießen: Es gab die „große Koalition“ aus der konservativen „KVP“ und der Arbeiterpartei „APD“, sowie die kleineren Oppositionsparteien: liberale „LRP“, „PSG“ (Partei der sozialen Gerechtigkeit) und der ökologischen „ÖSP“. Die Schüler mussten sich nun in die Rollen für das bereits im Politikunterricht gewählte „Gesetzgebungsverfahren über Alkopops“ einlesen. Alle Fraktionen hatten dann die Aufgabe, in einer ersten Fraktionssitzung einen „Fraktionsvorsitzenden“ mit Fantasie-Namen zu wählen und eine Strategie für die Durchsetzung ihrer Position in den nachfolgenden Verhandlungen zu verabreden. Es folgte das komplette Programm, das nötig ist, um ein Gesetz zu verabschieden: Sitzungen, Kompromissverhandlungen, Lesungen, Ausschusstreffen usw..


Die Schüler redeten sich diszipliniert die Köpfe heiß, um ihre zuvor eingenommen Positionen durchzusetzen und schließlich durch Abstimmung mehrheitlich zu beschließen. Hier konnten auch die kleinen Parteien (mit Ausnahme der LRP), die für Verschärfung in den Punkten: Werbeverbot, Dosenpfand, Sonderregal eintraten, gemeinsam mit der APD punkten und einen Gesetzes-Vorschlag der Ausschussmehrheit verabschieden. Bei der Verabschiedung des Gesetzes zum Abschluss der 3. Lesung gab es zwar etwas Frust bei den kleinen Parteien, aber viele konnten sich bei der Einschränkung der Werbung und der Fortsetzung der Jugendkampagnen wiederfinden. Zum Abschluss fand eine Feedbackrunde für die Teamer statt, in der sich einige Schüler begeistert zum Planspiel äußerten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Besucherrestaurant traten die engagierten „Jungpolitiker“ die Heimfahrt nach Hannover an.


Alle Teilnehmer haben diesen Tag zwar anstrengend, aber auch als ein sehr intensives Eintauchen in die Welt der Bundespolitik empfunden. In abschließenden schriftlichen Berichten für die Unterrichtsauswertung war keine Rede mehr von zuvor geäußerten Vorurteilen „über faule und geldgierige Politiker“. Ein solches Planspiel eine sehr empfehlenswerte Alternative zum Politikunterricht im Klassenraum. Dafür sei dem Besucherdienst des Deutschen Bundestages, dem KVB „Rattenfänger“ Hameln und den beiden Fahrern aus den eigenen Reihen sowie den übrigen Ausbildungsbetrieben, die ihre Azubi zum Teil extra freigestellt hatten, besonders gedankt.




P L A N S P I E L



















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