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HAZ vom 15.06.2006
Schüler lernen Praxis kennen
Berufsbildende Schulen und Logistik-Dienstleister wollen von Kooperation profitieren

Die Berufsbildenden Schulen (BBS) Burgdorf-Lehrte gehen neue Wege. Im Hause der Hellmann Worldwide Logistic GmbH ist gestern der erste Partnerschaftsvertrag mit einem Unternehmen unterzeichnet worden.

Von Frank Walter

Lehrte. Schüler sind seit langem eine feste Größe beim Logistik-Dienstleister: Rund 40 von ihnen bessern gleichzeitig ihr Taschengeld beim Be- und Entladen der Lastwagen auf, insgesamt kann Personalleiter Holger Büttner sogar auf einen Pool von rund 160 Heranwachsenden zurückgreifen. Nach dem Umzug der Firma 1998 von Laatzen nach Lehrte habe man anfangs mit zwei Reisebussen noch Laatzener Schüler zur Arbeit am neuen Standort gebracht. Mittlerweile sei die Suche nach arbeitswilligen jungen Lehrtern aber „ein Selbstläufer“ geworden, so Büttner.

BBS und Unternehmen sehen in der gestern vereinbarten Kooperation, abgesehen von den Ferienjobs, aber noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile. So soll die Partnerschaft das Schulleben unter anderem durch Betriebspraktika für Schüler, aber auch für Lehrer in Form von Fortbildungen bereichern. Bei Betriebserkundungen sollen sich Schüler mit den im Unterricht vermittelten Inhalten einerseits und der betrieblichen Realität andererseits auseinander setzen. Vorstellbar sind laut BBS ferner Expertengespräche, um Problemstellungen der beruflichen Praxis und deren Umsetzung im Unterricht zu erörtern. Auch Infoveranstaltungen sind angedacht, bei denen Hellmann-Mitarbeiter über die wichtigsten Qualifikationen aufklären, die Bewerber um einen Arbeitsplatz bei einem Logistik-Dienstleister mitbringen sollten.

Dass längst nicht jeder Bewerber heutzutage diese Qualifikationen vorweisen kann, wurde am Rande der Kooperationunterzeichnung gestern ebenfalls deutlich. Personalleiter Büttner berichtete von „Nachwuchssorgen“ im Hause Hellmann. Zwar hätten sich aktuell rund 400 junge Menschen für die 13 offenen Ausbildungsplätze ab Herbst beworben. Wenn man aber alle Bewerbungen mit unentschuldigten Fehltagen in der Schule, formalen Mängeln oder für Berufe aussortiere, die bei Hellmann gar nicht ausgebildet werden, „bleibt da nicht viel von übrig“.

Hellmann-Personalleiter Holger Büttner (links) und der stellvertretende Leiter der Berufs- bildenden Schulen Burgdorf-Lehrte, Gerd Wolf, unterzeichnen den Kooperations- vertrag.
Hellmann-Personalleiter Holger Büttner (links) und
der stell
vertretende Leiter der Berufsbildenden Schulen
Burgdorf-Lehrte,
Gerd Wolf, unterzeichnen den
Kooperationsvertrag.


Text und Foto: Frank Walter (HAZ)

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