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29.06.2006
Absolventen der Fachschule Fahrzeugtechnik präsentieren Abschlussprojekte
Audi spendet der BBS Burgdorf-Lehrte einen V6-Motor

Absolventen der Fachschule Fahrzeugtechnik präsentieren Abschlussprojekte
Das Team 4 am V6-Prüfstandsmotor (von links):
Daniel Schwechheimer, Rick Füssel, Sven Engelbrecht,
Daniel Voigt, Fred Tacke, Martin Hübner

Die Fachschule Fahrzeugtechnik bietet ihren Schülern eine Qualifikation, deren Niveau zwischen Berufsausbildung und Hochschulstudium angesiedelt ist. Entsprechend anspruchsvoll waren die Themen der abschließenden Projektarbeit. Vier Arbeitsgruppen hatten sich gebildet um Problemstellungen moderner Antriebstechnik systematisch auf den Grund zu gehen. Ein Arbeitsteam profitierte von einer Sachspende: Die Leitung der Aggregatentwicklung bei Audi stiftete der BBS Burgdorf-Lehrte einen V6-Motor. In der Projektphase rüsteten die Fachschüler dieses Aggregat in der Weise um, dass ein kontrollierter Motorbetrieb mit drei Zylindern möglich wird. Das Team wies in seiner Präsentation nach, wie viel Kraftstoff durch die gezielte Abschaltung von drei Zylindern eingespart wird. „Im Stadtverkehr wird die volle Leistung eines V6-Motors selten abgefordert“, sagt Teambetreuer Michael Kruse.

Eine Arbeitsgruppe experimentierte mit einem Verfahren zur Leistungssteigerung eines Motors. „Wir interessieren uns alle für den Autorennsport“, nennt Stephan Rücker als Motiv für die Projektarbeit. Sein Team spritzte eine Mischung aus Wasser und handelsüblichem Alkohol in die Ansaugluft eines TDI-Motors. „Wir haben mit dieser Einspritzung den Wirkungsgrad des Aggregats erhöht. Das kann Sprit sparen – und vor allem die Leistung eines Fahrzeugs steigern“, freut sich Rücker. „Diese Technologie kam schon in Rennwagen zum Einsatz“. Das Projektteam präsentierte der Öffentlichkeit seine Messergebnisse. „Diese Schüler haben ingenieurtechnisch fundiert gearbeitet“, weiß Teambetreuer Christoph Falkner.

Die Zuhörer zeigten großes Interesse an den Präsentationen der 24 Fachschüler. Horst Gratz, Obermeister der Kfz-Innung Niedersachsen-Mitte, war beeindruckt. „Vor allem die rhetorischen Fähigkeiten der Vortragenden haben mich überzeugt. Die sind sehr gut vorbereitet auf den Umgang mit Kunden und auf eine Tätigkeit als Werksleiter und Ausbilder“.  

Die zweijährige Fachschule war für die meisten Absolventen eine echte Herausforderung. „Nach jahrelanger Berufstätigkeit in der Autowerkstatt ist es nicht leicht wieder die Schulbank zu drücken“, berichtet Rücker. Aber der Aufwand wird sich auszahlen, da die staatlich geprüften Fahrzeugtechniker zusätzlich noch die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Hannover ablegen können. Dieses Angebot der Doppelqualifikation ist landesweit einzigartig. „Der Meister ist nach wie vor sehr gefragt im Kfz-Handwerk“, sagt Rücker.

Text und Foto: Manfred Filsinger

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