| 18.03.2009 |
Berufsbildende Schulen Burgdorf Lehrte
Fachgymnasium Technik
Projektverantwortliche: Annette Achmus, Stefan Burgk, Jürgen Lissel
Mathe erleben!
Wettbewerb zum Wissenschaftsjahr Mathematik 2008
Wettbewerbsbeitrag
Die Mathematik küsst den Alltag

Tangenten, Asymptoten und die Unendlichkeit
Acryl auf Leinwand 2006
Annette Achmus
Ziel des Projektes:
Wir sind eine gymnasiale Oberstufenschule, die unter anderem als Schwerpunkte die Fächer Metalltechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik anbietet. Dazu kommt Mathematik als verpflichtendes Schwerpunktfach. Ziel der Schule ist es, besonders die Absolventen der Realschulen aber auch Schüler der Gymnasien mit großem technischem Interesse zu fördern und zum Abitur zu führen. Dabei steht die Studierfähigkeit insbesondere für mathematisch-naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Fächer im Mittelpunkt unseres Interesses.
Aus Anlass des Jahres der Mathematik hatten wir uns entschlossen, für die verpflichtenden Facharbeiten in diesem Jahr einen eigenen Weg einzuschlagen. Dabei verfolgten wir zwei grundsätzliche Ziele. Zum Einen bezüglich der Schüler, die unser Fachgymnasium Technik bereits besuchen und zum Anderen bezüglich der Öffentlichkeit.
Die ca. 60 Schüler des 12. Jahrgangs sollten eine besondere Herausforderung meistern, die sie animieren sollte, sich besonders intensiv mit der Mathematik auseinander zu setzen und gleichzeitig das Arbeiten im Team an einem von allen getragenen gemeinsamen Projekt zu fördern. Daher stellten wir uns jahrgangsweit die Aufgabe, eine Ausstellung zu diversen Themen des Alltags, in denen die Mathematik eine wesentliche Rolle spielt, zu organisieren. Dabei hatten die Schüler zumeist in Gruppen die Aufgabe übernommen, die Exponate zu entwickeln und mathematisch zu beschreiben. Die Schüler sollten dazu Themen aus ihrer eigenen Erfahrungswelt eigenständig wählen, um die intrinsische Motivation zu maximieren. Das selbstgesteuerte Arbeiten, unterstützt durch die Mathematik- und Techniklehrer der Schule, sollte sich positiv auf das gemeinsame Gruppengefühl, die innere Einstellung zum Fach Mathematik sowie zu Leistungsbereitschaft und zu zielbewusstem, genauem Arbeiten auswirken.
Auf der anderen Seite sollte die geplante Ausstellung geöffnet sein z.B. für die Schüler der umliegenden Realschulen und alle Mathematikinteressierten der Umgebung. Die Ausstellung sollte junge Menschen animieren, sich mit Themen der Mathematik zu befassen, wobei durchaus auch das Anfassen gemeint sein kann. Mathematik sollte hörbar, fühlbar und sichtbar sein, so dass sie aus dem Abstrakten ins Reale transportiert würde.
Vorbereitung des Projektes

Zur Vorbereitung auf das Projekt der Erstellung einer Ausstellung zum Jahr der Mathematik wurden verschiedene Aktivitäten zur Teambildung durchgeführt.
Eine Bergwanderung förderte die Teamfähigkeit
Das technische Interesse der Schüler wurde bei einem Besuch der Motorenwerke des Unternehmens Toyota angeregt. Dort wurde nicht nur die Produktion uns das erforderliche Qualitätsmanagement dargestellt, sondern auch eine Schulung in Bezug auf die Qualität von Vorträgen durchgeführt.
In Vorbereitung auf die geplante Ausstellung "Die Mathematik küsst den Alltag" besuchten Schüler des Fachgymnasiums Technik die Leibniz Universität Hannover. Am Institut für Turbomaschinen und Fluiddynamik (TFD) informierten sich die Schüler genauer über die Funktionsweise von Triebwerken, Kraftwerken und Turboladern sowie Wege in ein technisches Studium.
Zu diesem Besuch hatte das TFD die Klasse eingeladen, als die Schüler Fatih Duymaz, Konstantin Chorunski und Marko Spasic im Rahmen ihrer Facharbeit Hilfe beim fachgerechten Bau eines Windkanals an der Universität in Hannover suchten. Das TFD war begeistert über das Interesse der Schüler und so gaben die Doktoranden Yavuz Gündogdu und Christoph Natkaniec der Klasse in einer Probevorlesung einen Einblick in die Arbeitsweise von Turbinen und Kompressoren, sowie das Verhalten von Luft- und Dampfströmungen. Die Schüler waren von der Thematik fasziniert und studierten anschließend den Aufbau der verschiedenen Versuchsanlagen und der Messtechnik des Instituts. Herr Gündogdu gab den Schülern gleich noch ein paar Tipps für die Vorbereitung auf das Studium mit. Er war vom Interesse der Schüler so begeistert, dass er die Einladung für das nächste Jahr gleich noch einmal wiederholte.

Terminplan
Für die Vorbereitung der Exponate wurde der folgende Terminplan mit sachdienlichen Informationen zur Durchführung der Bearbeitung mit den Schülern abgesprochen.
| Themenausgabe: | Montag, 07.04.2008 |
|
| Bearbeitungszeit: |
Montag, 07.04.2008 bis Freitag, 16.05.2008
Nach Verordnung soll die Facharbeit neben dem normalen Unterricht als häusliche Aufgabe erstellt werden. |
| Abgabetermin: |
Montag, 07.04.2008 |
| Themenausgabe: |
Freitag, 16.05.2008 |
| Sprechzeiten: |
nach Absprache |
Formvorschriften und Regelungen
Folgende Formvorschriften sind bei der Erstellung der Facharbeit zu beachten:
- Deckblatt (s. Musterseite) mit den Angaben: Schule, Schuljahr, Name(n), Thema der Arbeit, Leistungsfach, Klasse, Name des Fachlehrers, Bearbeitungszeitraum, Abgabetermin des Themas.
- Schülererklärung (s. Musterseite) am Ende der Arbeit auf gesondertem Blatt,
- Verwendung einer Textverarbeitung, Schriftart Arial 12
- Zeilenabstand: 1,5 Zeilen,
- Randmaße: links: 3cm, rechts: 2cm, oben: 2cm, unten: 2cm,
- Symbole sind im Text zu erläutern.
Die schriftliche Dokumentation der Arbeit soll im folgenden Rahmen liegen (ohne Anhang):
- ca. 8Seiten bei Einzelarbeiten
- bei Gruppenarbeit ca. 6 Seiten pro Person
- Die Plakate werden mit großen Buchstaben (4 bis 8 cm Schrifthöhe) sehr sauber und leserlich beschrieben.
Die Facharbeit ist gebunden in 2-facher Ausfertigung und in digitaler Form abzugeben.
Auf korrektes Zitieren wird besonders Wert gelegt.
Zitate werden im Text durch Anführungsstriche kenntlichgemacht und erhalten die zugeordnete Nummer der Literaturliste. Zitate enthalten nur kurze Textausschnitte. Längere Passagen stellen keine eigene Leistung dar und beziehen sich im Allgemeinen auch nicht auf das Ziel der Facharbeit. Passagen die nicht als Zitate gekennzeichnet werden aber als Kopien oder leicht veränderte Passagen aus Quellen erkannt werden gelten nicht als eigene Leistung.
Die Quellenangaben sollen vollständig sein (Nummer, Autor, Titel, Verlag, Ausgabe, Ort, Datum Seite/n) und Internetquellen müssen mit abgegeben werden.
Die Seiten müssen durchnummeriert werden und die richtigen Seitenzahlen finden sich auch in der Inhaltsübersicht wieder.
Fangen Sie mit dem Kapitel 2 an, schreiben Sie die Einleitung und die Zusammenfassung als Letztes. Nutzen Sie ggf. auch weiterreichende Literatur, um die Thematik von einer anderen Seite zu beleuchten.
In der Einleitung sollten Sie eine kurze Vorbemerkung über die inhaltlichen Aspekte ihrer Arbeit machen. Begründen Sie hier auch kurz, warum Sie sich eventuell dafür entschieden haben, gewisse Teilbereiche nicht zu bearbeiten.
Geben Sie Begründungen, warum der nachfolgend beschriebene Text (Inhalt) für Sie wichtig ist. Fassen Sie die Arbeit allgemeinverständlich ab und entwickeln Sie den Inhalt der Arbeit auf der Grundlage der mathematischen Kenntnisse einer Schülerin oder eines Schülers des 12. Jahrganges.
Führen Sie in die zu bearbeitenden Kapitel ein. Schaffen Sie Übergänge zu den jeweiligen Kapiteln (die Arbeit soll "flüssig" lesbar sein und nicht "abgehackt" klingen).
Veranschaulichen Sie durch Beispiele, Anwendungen, Graphiken usw..
Die Zusammenfassung enthält die Schlussfolgerungen, die Sie inhaltlich aus der Facharbeit ziehen und stellt eine Zusammenfassung aller Ergebnisse dar. Einleitung und Zusammenfassung ergeben zusammen einen vollständigen Überblick über die gesamte Arbeit. Wer sich für die Details interessiert liest auch den Rest.
Die Überschriften geben klare Auskunft über den Inhalt des Kapitels, Schlagworte sind ungeeignet.
Hinweise zur Bearbeitung
Nach Erhalt des Themas bemühen Sie sich unmittelbar um geeignete Literatur. Nehmen Sie Fachliteratur, in dem die Fachausdrücke (Fachbegriffe) erklärt werden.
Legen Sie nach einer Woche eine inhaltliche Gliederung ihrer Arbeit schriftlich vor.
Verfassen Sie nur das, was Sie wirklich verstanden haben. Sie entscheiden selbstständig über die thematische Eingrenzung des Themas und die Tiefe, in der Sie es bearbeiten wollen. Lassen Sie sich vom Umfang und vom Schwierigkeitsgrad leiten. Beachten Sie: Mitschülerinnen und Mitschüler sollen den Ausführungen folgen können.
Stellen Sie aktuelle Zwischenberichte vor.
(Sprechstunden nach Absprache)
Nach fünf Wochen sollte ihre Arbeit fertig sein.
(Planen Sie eine Woche für den Ausdruck und das Binden ein.)
Geplante Aktivitäten
Die Exponate mitsamt den dazugehörigen Facharbeiten wurden am 16.05.2008 weitgehend fertiggestellt sein. Weitere intensive Arbeit an den einzelnen Projekten und die Organisation in der Schule, so wie die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit führten dazu, dass die Ausstellungseröffnung entgegen erster Planungen am 12.09. 2008 im Schulgebäude der BBS Burgdorf-Lehrte in Lehrte stattgefunden hat.
Die Zwischenergebnisse wurden jeweils Freitags vorgestellt und gemeinsam besprochen.

Flyer und ein Plakat wurden entworfen, Einladungen an die Schulbehörde, die Universität (z.B. UniKik), die regionalen Realschulen und Gymnasien, so wie an die örtlichen Politiker und die ansässige Presse über die Schulleitung und die Pressebeauftragte der Schule verschickt.
Auf diese Weise wurde die Ausstellung über die örtliche Presse und Schreiben an die betreffenden Schulen publik gemacht werden.
Die Plakate wurden sowohl in Geschäften der Umgebung als auch in den eingeladenen Schulen durch die beteiligten Schüler aufgehängt.
Druckaufträge für Plakate, Flyer und Namensschilder wurden zum großen Teil vom Schulassistenten übernommen.
Am 05.09 wurde die gesamte Ausstellung probeweise aufgebaut und letzte Korrekturen erarbeitet.
Am 10.09. und 11.09. wurde jeweils nach Schulschluss die Aula der Schule, das Treppenhaus und zwei Klassenräume mit den Exponaten zur fertigen Ausstellung hergerichtet. Dazu wurde organisiert, dass diese Räume vom normalen Schulalltag nicht beansprucht wurden. Vertretungspläne und neue Raumpläne wurden für die Zeit der Ausstellung erstellt. Materialien wie Stellwände und Computer wurden von allen drei Standorten der Schule organisiert und mit der Unterstützung der Hausmeister und der EDV-Abteilung der Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Das Rahmenprogramm wurden durch den Verein der Ehemaligen des Fachgymnasiums unterstützt.

Sie sorgten für belegte Brötchen und gegrillte Würstchen und verkauften den Kuchen, den die Schüler der Abiturjahrganges des gesamten Fachgymnasiums Wirtschaft und Technik beigesteuert hatten.
Sie schenkten zur Begrüßung Orangensaft an die Gäste der Eröffnungsfeier aus.
Die Ausstellung war anschließend eine Woche lang für jedermann geöffnet. Schülergruppen, Lehrergruppen, Eltern, Nachbarn der Schule und Ehemalige Schüler frequentierten die Ausstellung während der ganzen Zeit und erhielten nach Vereinbarung Führungen durch die beteiligten Schüler. Diese wurden für diese Aufgabe vom normalen Unterricht befreit. Auf die Weise war jederzeit gewährleistet, dass fachkundige Schüler und betreuende Lehrer auch während der Unterrichtszeit die Begeisterung für die Mathematik an den Mann und die Frau bringen konnten.
Ergebnisse

Der Schulleiter Gerhard Klaus eröffnete die Ausstellung mit einer anregenden
Ansprache vor Politikern, einem Vertreter der Universität, der Presse, Schülern
Lehrern und ehemaligen Schülern des Fachgymnasiums und anderer Schulformen.
Schon während der Planungsphase und der Arbeit an den Exponaten zeigte sich
eine enorme Motivation der beteiligten Schüler. Wir erwarteten, dass diese
Begeisterung auch auf die Besuchter der Ausstellung überspringen würde.
Im
Folgenden werden die Exponate bzw. die Themen aufgeführt.
Die Exponate
reichten von realen Objekten über anfassbare Modelle bis zu Plakaten und
Computeranimationen und sollten alle Sinne der Besucher ansprechen.
Die
Geschichte der Mathematik wurde in Form von Plakaten, die den Weg durch
das Treppenhaus bis zur Ausstellung markierten dargestellt.

Marcel Waßmuth und Sebastian Schülke hatten in ihrer Facharbeit die Geschichten
und Errungenschaften von etwa 60 Mathematikern untersucht und stellten die
wichtigsten auf einer Zeitachse dar.
Die sinnliche Mathematik zeigte eine Ausstellung von Acryl-Bildern, deren Grundlage
z.B. Facharbeiten aus dem Jahr 2006 im Fach Mathematik waren. Annette Achmus
zeigte eine Auswahl der mathematischen Bilder.

Brücke IV "ganzrationale Funktionen"

Zur sinnlichen Mathematik gehörte auch die mathematische Analyse moderner
Musik und die nach mathematischen und musikalischen Regeln komponierte
12-Tonmusik, die Marlene Langer und Julian Nacke präsentierten.

Außergewöhnlich waren auch die Drahtmodelle von Dustin Voß in Verbindung mit
Seifenblasen, welche die Besonderheit von aneinander grenzenden Flächen mit
minimaler Oberflächenspannung zeigten.
Die technische Mathematik beschäftigte sich mit der Berechnung von Flugbahnen
beim Streckensegelflug. Hier zeigte der deutsche Vizemeister Sebastian Kock
sein Wissen und begeisterte die Gäste mit klaren verständlichen Erklärungen.

Wie ein Navigationssystem mit GPS funktioniert, wurde sehr anschaulich von
Tobias Keuchel, Erik Goltermann und Robert Brandes dargestellt.
Und Lars Kähler und Diana Oppermann zeigten anhand eines dreidimensionalen
Unterrichtsmodells, wie man sich die räumliche Geometrie vorstellen könnte.


Wie richtet man eine Satellitenschüssel perfekt aus und wie hat Gauß das Land
vermessen. Mit diesen Fragen beschäftigten sich Anselm Haak.
Die bewegende Mathematik befasste sich mit allerhand bewegenden Aspekten
des alltäglichen Lebens.
Wie berechnet man die Form, die Schnittmuster, den
Energiebedarf und die Tragfähigkeit von Heißluftballons? Mit dieser Frage setzten
sich Christopher Schaal, Fabian Bothmann und Ricardo Asseburg theoretisch und
praktisch auseinander.
Johannes Kurrek, Wolfgang Roth und Adrian Hengelhaupt
zeigten in der Folge, was Rotationskörper sind und wie man deren Volumen
berechnet, programmierten dazu einen eigenen Bildschirmschoner und bauten
ein Unterrichtsmodell.



Wie parkt man ein Auto perfekt ein, wie voll muss eine Getränkedose sein, damit
sie auch am Hang im Gras nicht umfällt, weil der Schwerpunkt optimal weit unten
liegt, oder wie weit muss man sich von einer betrachteten Figur entfernen um
einen optimalen Blickwinkel z.B. auf ein Frauenbein zu haben? Warum sollte frau
nicht die Mode in der Umkleidekabine, sondern in den großen Spiegeln außerhalb
betrachten? Diesen Fragen gingen Malte Siegfried, Lukas Nolte, Tobias Nack und
Philip Richert mit den begeisterten Zuschauern nach.
Wie macht man Schallwellen im Wasser sichtbar? Philip Wallbrecht, Tobias
und Dominik Evertz sind dieser Frage nachgegangen und bauten einen geeigneten
Verstärker, der eine optimale Frequenz- und Lautstärkeregelung für die an
einem Wellenbad angebrachten Lautsprecher ermöglichte, so dass Phänomene
der Wellenüberlagerung und Wellenausbreitung auch um Bauwerke herum nicht
nur theoretisch, sondern auch praktisch analysierbar wurden.

Begeistert waren die Gäste von der Brückenkonstruktion, die man selber auf
Stabilität testen konnte. Christoph Mattis und Jan Pollex hatten dazu nicht nur
ein begehbares Modell aus Stahl gefertigt und die Berechnung über erklärende
Plakate dargestellt, sondern auch ein Simulationsprogramm zur Berechnung
von Biegelinien bei Brücken unterschiedlicher Bauart geschrieben, so dass die
Gäste ihre eigenen Berechnungen durchführen konnten.


Die Kenntnisse, die aus dem Beispiel "Balken auf zwei Stützen" gewonnen wurden,
konnten nun auf die Berechnung einer Tragwerkskonstruktion für das Dach eines
Einfamilienhauses übertragen werden.
Laura Wittneben zeigte aber auch Beispiele
für Gebäude, bei denen die Berechnung nicht ordnungsgemäß durchgeführt
worden war.
Wie verschlüsselte man früher und wie werden heute e-Mails verschlüsselt.
Diesen Fragen gingen Marcel Fürle, Marc-Sebastian Schubert und Julia Herbig
nach. Mit einfachsten Mitteln bis hin zur Computersimulation wurde diese
komplizierte Thematik erfahrbar gemacht.


Ein absoluter Publikumsrenner war der Lebenserwartungsrechner von Tim Hallmann,
der aus einer Fülle von persönlichen Daten, die interaktiv abgefragt wurden,
den
Body-Mass-Index, die erforderliche Kalorienzahl, den körperlichen Status
und die mögliche Lebenserwartung berechnete, so wie sie auch für die Berechnung
von Lebensversicherern zugrunde gelegt werden könnte.
Die Fragen nach der Messung und der Berechnung des Luftwiederstand eines
Fahrzeuges wurden von Fatih Duymaz, Konstantin Chorunski und Marco Spasic
anschaulich dargestellt.

Mit welcher Geschwindigkeit kann man unbeschadet durch eine Kurve fahren,
oder welchen Krümmungskreisradius muss eine Kurve optimaler Weise haben,
damit man sie zügig durchfahren kann? Mit dieser Frage setzte sich
Osman Gürcin theoretisch auseinander und baute zur Anschauung und
zum Ausprobieren ein Modell mit zwei verschienen Bahnen auf denen
eine Kugeln entlang rollen konnte und entweder in der Bahn blieb oder
aber aus ihr heraus fiel.
Die erzählende Mathematik befasste sich mit Spieltheorien und Zahlen.

Gürcan Tas bot das Pokerspiel an und klärte die begeisterten Gäste über die
Wahrscheinlichkeiten verschiedener Blätter und die Gewinnschancen auf.
Dieses wurde mit Begeisterung gleich in die Tat umgesetzt.

Ähnlich ging es auch beim Nim-Spiel zu, bei dem ein von Chris Büschke und
Simon Spickmann selbstgebautes Spiel die Gäste zunächst zum Probieren
einlud und die Frage nach geeigneten Spielstrategien geklärt wurde.
Heiße Diskussionen ergaben sie erwartungsgemäß beim "Drei-Türen-Problem",
welches Ricardo Köhler präsentierte. Durch das geeignete Ausprobieren wurde
auch hier die Frage nach den rechnerischen Gewinnschancen verständlich gemacht.

Die Berechnung und die Geschichte der Zahl Pi zeigten Axel Waldherr,
Nils Heinrich und Sebastian Hacke.

Marten Müller, Tim Westerwelle und Sebastian Kirchner ließen es mit ihrem
selbst gebauten Tesla Transformator immer und immer wieder krachen. Blitze
zuckten durch den Raum, Neonröhren fingen an zu leuchten ohne angeschlossen
zu sein und dieses alles, weil Resonanzverhalten von Schwingkreisen durch eine
geeignete Berechnung so gut ausgenutzt werden konnte, dass eine Spannung
am Kondensator von 1.000.000 Volt erzeugt wurde. Die Blitze schlugen in einen
von Schülern bei einem früheren Projekt gebauten Hochspannungsmast ein.
Jede Vorführung mit hoch interessantem Vortrag garantierte den drei Schülern
stehenden Applaus.

Das individuelle Ausprobieren und die Erklärungen der Schüler vor Ort machten
einen Großteil des Reizes dieser Ausstellung aus.
Innerhalb der Woche hatte die
Ausstellung ca. 650 Besucher, von denen einige gleich mehrfach die Gelegenheit
zum Besuch nutzten.
Die Ausstellung wurde von Schülergruppen der eigenen
Schule und von Schülerund Lehrergruppen der benachbarten Realschulen,
Gymnasien und Gesamtschulen besucht. Hinzu kamen Lehrer einer Fortbildung,
und Einzelpersonen, die z.B. aus der Zeitung von der Ausstellung erfahren hatten.
Besondere Anerkennung erhielt die Ausstellung wegen der Vielseitigkeit der
Ausstellungsobjekte und Themen, die anschaulich und verständlich dargestellt wurden.
Teile der Ausstellung werden zum Jubiläum der Talentförderung der Mathematik
Niedersachsen in der Leibniz Universität Hannover vom 26.09. bis zum 27.09.2008
einem breiten Publikum vorgestellt.
Das Interesse des Kollegiums an verschiedenen
Exponaten zur Bereicherung und Veranschaulichung des Unterrichtes ist groß. So
werden fast alle Exponate in Zukunft ihren Raum im Schulleben finden.
Ein Nachbereitungswochende wird das gemeinsam Aufarbeiten aller Erfahrungen
ermöglichen.
Erfahrungen mit der Ausstellung
Für die Organisation der Ausstellung mussten die folgenden Gesichtspunkte berücksichtigt werden:
- Genaue Zeitplanung inklusive Einplanung von Unzuverlässigkeit, Krankheit und Hilflosigkeit,
- Raumorganisieren,
- Zeiten festlegen,
- Hausmeister und Vorgesetzte informieren über Daten, Ablauf, Öffnungszeiten, Schließzeiten für das Gebäude, Vertretungspläne,
- Raumbelegung tauschen,
- Strom- und Gerätebedarf,
- Sicherheitstechnik beachten,
- Stellwände aus verschiedenen Abteilungen besorgen und transportieren,
- Befestigungen an den Wänden klären,
- Schüler aus dem Unterricht "ausleihen",
- Unterrichtsvertretungen,
- Pressearbeit: Fotos, Texte,
- Einladungen an Presse (HAZ, Marktspiegel ) und an örtliche Politiker Vertreter der Universität und die Landesschulbehörde,
- Einladungen an andere Schulen, (Liste der Schulen)
- Regelmäßige Reparatur der Geräte, Plakate, Ausstellungsstücke während der Ausstellung,
- Anschalten der Geräte zu Beginn der Führungen,
- Abschalten der Geräte am Nachmittag,
- Wissensaustausch zwischen den Schülern und Lehrern über die einzelnen Exponate, damit die Führungen fachlich fundiert sind.
Die Schüler profitierten trotz des sehr hohen zeitlichen Aufwandes in besonderem Maße von dem Projekt.
- Sie erlernten Zuverlässigkeit, Teamgeist, freies Vortragen vor unbekanntem Publikum mit unbekanntem Interesse.
- Sie erlebten Anerkennung für Ihre Leistung und Stolz.
- Sie entwickelten Ergeiz eine gute Leistung abzuliefern.
- Sie lernten zu ihrer Leistung zu stehen.
- Sie erlernten sicheres Auftreten, rhetorische Fähigkeiten und Sprachgewandtheit.
- Sie erlernten Eigenverantwortung und Verantwortung für die Gruppe und das Ganze zu übernehmen.
- Sie entwickelten vielfältige Ideen für Themen, Darstellung, Beschreibung Titel, Rahmen des öffentlichen Auftrittes und das Rahmenprogramm.
Auch das Schüler -Lehrerverhältnis wurde durch das Projekt stark beeinflusst.
Es entwickelt sich ein Verhältnis von Schülern und Lehrern auf Augenhöhe und gegenseitiges Vertrauen und Unterstützen.
Die Schule als Ganzes profitierte dadurch, dass
- die Schule öffentlich positiv dargestellt wurde,
- innerhalb der Schule gezeigt wurde, womit sich das Fachgymnasium befasst,
- und die Schule öffnete sich wieder einmal nach innen und außen.
Die Bearbeitung eines solchen Projektes erfordert aber auch ein sehr hohes Maß an Engagement weit über den üblichen Rahmen hinaus von den beteiligten Kollegen. Nachmittage und Wochenenden waren auf lange Sicht durch die Arbeit mit den Schülern oder Organisatorisches verplant. Auch Kollegen, die nicht direkt mit dem Projekt betraut waren, mussten in die Planung, die Vorbereitung und die Durchführung mit einbezogen werden. Die knappe Zeit, die den Kollegen in allen Fächern für die Vorbereitung der Schüler auf das Zentralabitur, wurde durch die Arbeit an dem Projekt beschnitten, Schüler mussten aus dem Unterricht in verschiedensten Fächern befreit werden. Und selbst diejenigen Kollegen, die mit der Arbeit an dem Projekt nichts zu tun hatten, mussten doch die Unruhe, die die Arbeit im Lehrerzimmer erzeugte oder die Raumwechsel während der Ausstellung hinnehmen.
Unser herzlicher Dank geht daher an unsere Schulleitung, die uns in jeder Hinsicht unterstütze und an alle diejenigen, die direkt oder auch indirekt zu dem Gelingen des Projektes beigetragen haben. Unser besonderer Dank geht aber an die Schüler, die in ungewöhnlich engagierter Weise und mit großem Durchhaltevermögen das Projekt mit getragen haben und zu einem solchen Erfolg werden ließen.
Sie erhalten zum Abschluss ein Zertifikat, dass ihnen die Mitarbeit an diesem Projekt bescheinigen wird.